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+17 Prozent: Arbeitsmarkt-Erholung erreicht Menschen mit Behinderungen nicht

Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen steigt stärker: +17 Prozent im September gegenüber +2,5 Prozent insgesamt. Menschen mit Behinderungen sind im Schnitt 221 Tage arbeitslos, mehr als drei Monate länger als Personen ohne gesundheitliche Einschränkung. Unterstützung muss gerade jetzt gesichert bleiben, fordert dabei-austria.

Während sich der Anstieg der Arbeitslosigkeit insgesamt deutlich abschwächt, verschärft sich die Situation für Menschen mit Behinderungen weiter: Im September stieg die Zahl der arbeitslosen Menschen mit Behinderungen auf 17.471 und damit um 17,0 Prozent gegenüber dem Vorjahr – fast siebenmal so stark wie insgesamt (+2,5 Prozent). Das geht aus den aktuellen Zahlen des AMS hervor.

Grafik zu Arbeitslosigkeit im September 2026. Werte zeigen die Veränderung gegenüber dem Vorjahr bei Menschen mit Behinderungen (+17 %) und Arbeitslose insgesamt (+2,5 %). Links unten: Quelle: AMS Österreich, Monatsübersicht September 2026. Rechts unten: Logo dabei-austria

Weg in Beschäftigung deutlich länger

Besonders deutlich zeigt sich die Benachteiligung bei der Dauer der Arbeitslosigkeit, wie eine AMS-Sonderauswertung für dabei-austria belegt: Menschen mit Behinderungen waren im September durchschnittlich 221 Tage arbeitslos. Das ist 100 Tage länger als bei Personen ohne gesundheitliche Vermittlungseinschränkung (121 Tage). Die Zahl der langzeitbeschäftigungslosen Menschen mit Behinderungen stieg um fast ein Viertel (+24,3 Prozent). Das ist mehr als doppelt so stark wie insgesamt (+11 Prozent).

Junge Menschen stark betroffen

Ist ein Mensch mit Behinderung einmal arbeitslos, ist der Weg zurück in Beschäftigung also deutlich länger. Auch junge Menschen mit Behinderungen sind von dieser Entwicklung betroffen: Ihre Arbeitslosigkeit stieg im September um 7 Prozent, während die Arbeitslosigkeit bei Jugendlichen insgesamt um 1,5 Prozent sank.

Braucht verlässliche Unterstützung

„Wer deutlich länger als andere auf eine neue Arbeitsstelle warten muss, braucht verlässliche Unterstützung auf dem Weg zurück in Beschäftigung. Der Bedarf steigt seit Monaten kontinuierlich. Strukturen zu schwächen, die bereits heute an ihre Grenzen stoßen, würde den realen Entwicklungen am Arbeitsmarkt nicht gerecht werden“, sagt Christina Schneyder, Geschäftsführerin von dabei-austria.

Videoreihe zeigt, wie Inklusion funktioniert

Genau hier setzen die Angebote der beruflichen Assistenz und Inklusion an: Sie begleiten Menschen mit Behinderungen beim Einstieg in Beschäftigung und bei der Sicherung bestehender Arbeitsverhältnisse. Wie das im Alltag aussieht, zeigt die Videoreihe „Mein Job, mein Alltag“ von dabei-austria. Sie porträtiert Menschen mit Behinderungen sowie chronischen und psychischen Erkrankungen in ihrem Berufsalltag, etwa in der Hotellerie und im Handel, und ist auf Okto im Sendeplatz HIGH FIVE sowie auf YouTube zu sehen

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Alle Folgen gibt es auch auf unserem Youtube-Kanal zu sehen.

Ihr Betrieb beschäftigt Menschen mit Behinderungen oder ausgrenzungsgefährdete Jugendliche und möchte seine Geschichte erzählen? Dann melden Sie sich bei uns.